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Generationen gehören zusammen.
Groß-Umstadt braucht Orte, an denen Jung und Alt sich begegnen – nicht nebeneinander, sondern miteinander. Weiterlesen
Newsletter Nr. 1 – Februar 2026 Demokratie verengen, soziale Verantwortung verschieben?
In Groß-Umstadt verdichten sich derzeit Entscheidungen, die politisch nicht isoliert be-
trachtet werden können. Im Vorfeld der Kommunalwahl wurde eine bereits zugesagte
Demokratie-Ausstellung im Rathaus abgesagt, zivilgesellschaftliche Initiativen sahen
sich Einschränkungen im öffentlichen Raum gegenüber, und bis heute liegt auf eine
schriftliche Anfrage zur rechtlichen Begründung dieser Maßnahmen keine schriftliche
Antwort mit Benennung konkreter Rechtsgrundlagen vor. Gleichzeitig bleibt der Zu-
stand der Obdachlosenunterkunft ein seit Langem bekanntes Problem, ohne dass eine
erkennbare strukturelle Lösung umgesetzt wird. Weiterlesen
Absage von Demokratie-Ausstellung in Groß-Umstadt wirft grundsätzliche Fragen auf
Die Frankfurter Rundschau berichtet am 09.02.2026 über die kurzfristige Absage der Wanderausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ in Groß-Umstadt. Damit wird ein Vorgang öffentlich, der grundsätzliche Fragen zum Umgang mit demokratischer Bildungsarbeit im kommunalen Raum aufwirft. Unsere Einschätzung. Weiterlesen
Die Linke tritt 2026 erstmals zur Kommunalwahl in Groß-Umstadt an
Die Linke Groß-Umstadt tritt erstmals zur Kommunalwahl 2026 an. Mit der Verabschiedung ihres Wahlprogramms und der Aufstellung einer eigenen Liste hat die Ortsgruppe einen wichtigen Schritt in Richtung kommunalpolitische Verantwortung gemacht.
Im Mittelpunkt des Wahlprogramms stehen soziale Gerechtigkeit, bezahlbarer Wohnraum und eine verlässliche kommunale Daseinsvorsorge. Die Linke will damit eine politische Lücke schließen: Während Wohnen, Energie und Mobilität für viele Menschen immer teurer werden, fehlen in der kommunalen Politik bislang konsequente soziale Antworten.
„Wir treten an, weil sich zu viele Menschen in Groß-Umstadt Wohnen und Leben kaum noch leisten können. Kommunalpolitik muss sich wieder an den Bedürfnissen derjenigen orientieren, die keine Lobby haben“, erklärt die Ortsgruppe.
Am 3. Dezember wurde erstmals eine Liste für die Stadtverordnetenversammlung aufgestellt. Die Kandidat*innen bringen Erfahrungen aus sozialen, ökologischen und finanziellen Arbeitsfeldern mit und wollen soziale Fragen konsequent in den Mittelpunkt der kommunalpolitischen Arbeit stellen.
Mit Programm und Liste versteht sich Die Linke Groß-Umstadt als neue politische Kraft, die kommunale Entscheidungen an der Lebensrealität der Menschen misst und konkrete Verbesserungen anstrebt.
Für Fragen und den politischen Austausch steht die Ortsgruppe gerne zur Verfügung.
„Was möchte Ihre Partei für die Seniorinnen und Senioren in der nächsten Legislaturperiode tun?“
Die Linke Groß-Umstadt stehen dabei insbesondere folgende Punkte im Mittelpunkt:
Ein zentrales Anliegen ist für uns bezahlbares und barrierefreies Wohnen, insbesondere mit Blick auf die Bedürfnisse älterer Menschen. Viele Seniorinnen und Senioren leben in zu großen oder nicht barrierefreien Wohnungen oder Häusern und möchten sich verkleinern oder barrierefrei wohnen, finden jedoch keine passenden und bezahlbaren Alternativen. Wir setzen uns daher für kleinere, barrierefreie Wohneinheiten ein, vor allem in öffentlicher oder genossenschaftlicher Trägerschaft. Wichtig ist uns, dass ein Wohnungswechsel freiwillig, selbstbestimmt und ohne finanzielle Nachteile möglich ist. Ergänzend unterstützen wir Konzepte, die den Tausch von Wohnraum erleichtern und älteren Menschen ermöglichen, möglichst lange selbstständig und wohnortnah zu leben.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Mobilität im Alltag. Bewegungsfreiheit darf nicht vom Besitz eines Autos abhängen. Gerade ältere Menschen benötigen sichere und gut beleuchtete Gehwege, gut erreichbare Haltestellen, barrierefreie Fahrzeuge sowie verlässliche Verbindungen zwischen den Ortsteilen. Von besonderer Bedeutung sind zudem barrierefreie und sichere Überquerungshilfen, wie gut sichtbare Zebrastreifen, ausreichend lange Ampelphasen, Mittelinseln sowie abgesenkte Bordsteine. Ein Beispiel für gefährliche Überquerungen ist die Kreuzung Georg-August-Zinn-Str. / Steinschönauer Str. am Bahnübergang. Darüber hinaus setzen wir uns für barrierefreie Haltestellen, verkehrsberuhigte Bereiche sowie für die Stärkung von Angeboten wie dem Bürgerbus und bedarfsgerechten Fahrangeboten wie dem DaDi-Liner ein.
Ebenso wichtig ist uns die soziale Teilhabe und Begegnung, da Einsamkeit für viele ältere Menschen eine große Belastung darstellt. Wir setzen uns für wohnortnahe, barrierefreie Begegnungsräume in allen Stadtteilen ein, die leicht erreichbar sind und regelmäßige soziale Kontakte ermöglichen. Dabei ist uns wichtig, dass Angebote verständlich, offen und generationenübergreifend gestaltet sind und Seniorinnen und Senioren aktiv in die Planung und Nutzung einbezogen werden.
Auch im Bereich der Digitalisierung ist es uns ein besonderes Anliegen, ältere Menschen nicht auszuschließen. Digitale Angebote der Verwaltung und der politischen Beteiligung müssen stets durch analoge Alternativen ergänzt werden. Darüber hinaus halten wir persönliche Ansprechstellen, verständliche Informationen und niedrigschwellige Unterstützungsangebote für notwendig, damit Seniorinnen und Senioren digitale Angebote freiwillig und in ihrem eigenen Tempo nutzen können, ohne unter Druck zu geraten oder den Anschluss zu verlieren.
Nicht zuletzt sehen wir Klimaanpassung ausdrücklich als Gesundheitsschutz, insbesondere für ältere Menschen. Hitzewellen und lange Trockenperioden stellen für Seniorinnen und Senioren ein erhöhtes gesundheitliches Risiko dar. Deshalb setzen wir uns für eine seniorengerechte Stadtgestaltung ein. Dazu gehören schattige und begrünte öffentliche Plätze, ausreichend Sitzgelegenheiten, gut erreichbare Trinkwasserbrunnen sowie hitzemindernde Maßnahmen an stark frequentierten Orten wie Haltestellen, Plätzen und Fußwegen. Unter anderem der Marktplatz als zentraler und öffentlicher Bürgertreff der Kernstadt muss in diesem Sinne dringendst neu gestaltet werden. Ziel ist es, dass ältere Menschen sich auch bei hohen Temperaturen sicher im öffentlichen Raum bewegen, aufhalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Wir hoffen, Ihnen mit dieser schriftlichen Stellungnahme unsere Positionen transparent dargestellt zu haben und danken dem Seniorenbeirat ausdrücklich für sein Engagement und die Organisation der Veranstaltung.
Mit freundlichen Grüßen
Heiko Doerschel
Sprecher
Die Linke – Ortsgruppe Groß-Umstadt
Menschenwürde ist kein Ausstattungsmerkmal
Groß-Umstadt diskutiert über Wohnraum, fasst Grundsatzbeschlüsse und spricht von „Sternstunden“. Gleichzeitig zeigt sich an ganz konkreten Orten, was jahrelanges wohnungspolitisches Wegsehen bedeutet. In der Wilhelm-Liebknecht-Straße steht eine städtische Obdachlosenunterkunft, die seit Jahren dem Verfall preisgegeben ist – und dennoch genutzt wird. Wer dieses Gebäude betritt, erkennt schnell: Das ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen – oder ihres Ausbleibens.
Der Name der Straße verpflichtet. Wilhelm Liebknecht stand für soziale Gerechtigkeit und politische Verantwortung. In unmittelbarer Nähe entstanden in den 1920er-Jahren mit den „Zwölf Aposteln“ Reihenhäuser als vorbildliches Projekt für bezahlbares Wohnen. Heute bildet ausgerechnet hier eine verwahrloste städtische Notunterkunft den Gegenpol. Der Widerspruch könnte deutlicher kaum sein – und er ist politisch gemacht.
Statt diesen Zustand endlich zu beenden, hat die Stadtverordnetenversammlung jüngst einen Grundsatzbeschluss zur Obdachlosenunterbringung verabschiedet. Eingebracht wurde er von der FDP, mitgetragen von einer Mehrheit aus CDU und SPD. Der Beschluss bleibt auffallend vage, wenn es um Mindeststandards geht. Von einer „Grundausstattung“ ist die Rede – konkret genannt werden Dusche und Kühlschrank. Dass zu menschenwürdigem Wohnen auch ein WC und eine Kochmöglichkeit gehören, wird nicht einmal ausdrücklich festgehalten. Anspruch und Realität klaffen weit auseinander.
Problematisch ist nicht nur der Inhalt solcher Beschlüsse, sondern auch die Art, wie über Wohnungslosigkeit gesprochen wird. In der politischen Debatte werden immer wieder einzelne Vorfälle hervorgehoben und verallgemeinert. So entsteht ein Bild, in dem Wohnungslosigkeit vor allem als Ordnungsproblem erscheint – nicht als soziale Notlage, für die Politik Verantwortung trägt.
Sprache ist dabei kein Nebenschauplatz. Sie prägt Entscheidungen. Und sie entscheidet darüber, ob Menschen als Träger von Rechten wahrgenommen werden – oder als Problem, das verwaltet werden muss.
Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Fehlverhalten, sondern Ausdruck struktureller Versäumnisse: fehlender sozialer Wohnungsbau, steigende Mieten, jahrelanges Zögern. Genau dort, wo Menschen vollständig auf kommunale Verantwortung angewiesen sind, wird sichtbar, was es bedeutet, wenn Wohnen dem Markt überlassen bleibt. Die Stadt trägt als Eigentümerin der Unterkunft Verantwortung – und damit auch der Bürgermeister als Verwaltungschef für deren Zustand und Nutzung.
Dabei sind die Handlungsmöglichkeiten vorhanden. In Groß-Umstadt werden Flächen und Gebäude diskutiert, die grundsätzlich für Wohnbauprojekte geeignet sein könnten – etwa das ehemalige Klinikgebäude, dessen Nachnutzung politisch geprüft wird. Solche Potenziale nicht zu nutzen, während Menschen unter unwürdigen Bedingungen untergebracht werden, ist keine Sachzwangslage, sondern eine politische Entscheidung.
Kritik daran heißt nicht, Zusammenarbeit zu verweigern. Sie heißt, Maßstäbe einzufordern. Wer es ernst meint mit sozialer Verantwortung, muss wohnungspolitische Weichen neu stellen – verbindlich, nachvollziehbar und mit klaren Mindeststandards für Menschenwürde.
Eine soziale Stadt misst sich nicht an wohlklingenden Beschlüssen oder Überschriften. Sie misst sich daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Groß-Umstadt hat hier Nachholbedarf – und die Möglichkeit, es endlich besser zu machen.
Teilhabe ist ein Menschenrecht – Ausgrenzung ist keine Option
Ob Menschen teilhaben können oder ausgeschlossen werden, ist keine Frage des Zufalls, sondern politischer Entscheidungen. Für Die Linke Groß-Umstadt ist klar: Eine solidarische Stadt muss allen Menschen gleiche Zugänge ermöglichen – sozial, digital und diskriminierungsfrei.
Teilhabe darf nicht vom Einkommen abhängen.
Nicht vom Wohnort.
Nicht vom Alter.
Nicht von der Herkunft, der Hautfarbe, einer Behinderung oder davon, wie sicher jemand im Umgang mit digitalen Angeboten ist.
Doch genau hier entstehen heute neue Hürden. Verwaltungswege werden digitalisiert, Informationen verlagert, Beteiligung verengt – und wer nicht mithalten kann, bleibt außen vor. Das verschärft soziale Ungleichheit und grenzt Menschen aus. Das akzeptieren wir nicht.
„Wenn Teilhabe vom Geldbeutel oder von digitalen Fähigkeiten abhängt, läuft etwas grundlegend falsch. Teilhabe muss für alle möglich sein – Digitalisierung muss allen dienen“, sagt Heiko Doerschel, Sprecher der Linken Groß-Umstadt.
Unsere Forderungen für Groß-Umstadt:
Soziale Teilhabe sichern – für alle.
Groß-Umstadt braucht eine starke soziale Infrastruktur mit barrierefreien Begegnungsräumen in allen Stadtteilen, generationenübergreifenden Angeboten und qualifizierter Sozialarbeit. Teilhabe darf keine Frage des Geldbeutels sein.
Rassismus und Diskriminierung aktiv bekämpfen. Vielfalt sichtbar machen.
Ausgrenzung beginnt dort, wo Diskriminierung verharmlost wird. Wir fordern konkrete Maßnahmen gegen Rassismus und jede Form von Diskriminierung – in der Verwaltung, im öffentlichen Raum und in der politischen Beteiligung. Vielfalt muss nicht nur akzeptiert, sondern sichtbar gefördert werden.
Digitale Zugänge gerecht gestalten.
Digitalisierung darf kein neues Ausschlussinstrument sein. Wir fordern verständliche, barrierefreie Online-Angebote, kostenfreies öffentliches WLAN und einfache digitale Rückmeldewege für alle Bürger*innen.
Mitbestimmung ausbauen – analog und digital.
Demokratie endet nicht an der Wahlurne. Politische Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein. Dazu gehören transparente Informationen, Livestreams wichtiger politischer Sitzungen und echte Beteiligungsformate – digital und vor Ort.
Jugend beteiligen und ernst nehmen.
Junge Menschen müssen echte Mitbestimmungsmöglichkeiten erhalten. Wir setzen uns für die Einführung eines Jugendparlaments in Groß-Umstadt ein, das verbindlich in politische Entscheidungsprozesse eingebunden wird. Jugendbeteiligung darf kein Feigenblatt sein, sondern muss wirksam, sichtbar und dauerhaft verankert werden.
Unterstützen statt überfordern.
Wer digitale Angebote nicht nutzen kann, darf nicht abgehängt werden. Wir fordern persönliche Ansprechstellen, Beratung und Unterstützung statt stiller Ausgrenzung.
Für Die Linke Groß-Umstadt gilt:
Digitalisierung ist kein Technikprojekt.
Soziale Teilhabe ist kein Bonus.
Antirassismus ist keine Nebensache.
Eine gerechte Stadt stellt den Menschen in den Mittelpunkt und sorgt dafür, dass niemand ausgeschlossen wird.
Kommentar zum Pressebericht im Echo-Online vom 31.01.2026: „Kleine Arche“: Groß-Umstadt sucht nach Lösung
Zur Einordnung: Die baulichen Mängel der Kita „Kleine Arche“ sind seit Juni 2021 aktenkundig und wurden in einer städtischen Beschlussvorlage ausdrücklich als „unverhältnismäßiger Sanierungsaufwand“ bewertet. Die Stadtverordnetenversammlung fasste hierzu am 15.07.2021 einen entsprechenden Grundsatzbeschluss zur Verbesserung der Kita-Infrastruktur.
Vor diesem Hintergrund irritiert die Berichterstattung des Echo vom 10.11.2025, wonach im Zuge geringerer Bedarfszahlen sogar Überlegungen bestanden, bestehende Standorte – darunter die evangelische Kita in Richen – um zwei bis drei Gruppen zu erweitern.
Wie passt das zusammen: Ein Gebäude, dessen Substanz seit Jahren als nicht sanierungsfähig gilt, soll plötzlich zusätzliche Gruppen aufnehmen?
Spätestens mit der Kündigung des Betriebsvertrags zum 31.12.2026 zeigt sich, dass die bekannten Risiken real waren. Umso bemerkenswerter ist, dass eine Ausschusssitzung am 02.02. in den Räumen der Kita angesetzt ist, in der die Kündigung laut Einladung lediglich zur Kenntnis genommen werden soll. Statt Entscheidungen zu treffen, wird erneut besichtigt und vertagt, ohne dass Verantwortung eindeutig übernommen wird.
Vor diesem Gesamtbild stellt sich die Frage, ob hier nicht ein strukturelles Versagen politischer Steuerung vorliegt – wenn seit 2021 Warnungen dokumentiert sind, Beschlüsse existieren und am Ende Eltern, Kinder und Beschäftigte die Konsequenzen tragen.
Update: Kita unter Druck: Die Linke fordert verbindliche Kita-Strategie für Groß-Umstadt
Kita „Kleine Arche“: Politisches Nicht-Handeln trotz bekannter Mängel und einstimmiger Beschlusslage
Nach unserer Pressemitteilung zur drohenden Schließung der evangelischen Kita „Kleine Arche“ zeigt sich nun noch deutlicher, wie sehr politische Verantwortung über Jahre hinweg vertagt wurde.
Bereits im Jahr 2021 lagen der Stadtverordnetenversammlung belastbare Unterlagen zu den gravierenden baulichen Mängeln der evangelischen Kita „Kleine Arche“ vor. In der damaligen Beschlussvorlage wurden ein unverhältnismäßiger Sanierungsaufwand sowie die Notwendigkeit eines Ersatz- bzw. Erweiterungsbaus ausdrücklich benannt. Alle in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen stimmten diesem Grundsatzbeschluss zu. Dennoch folgten in den darauffolgenden Jahren keine verbindlichen Umsetzungsentscheidungen: kein Zeitplan, keine Finanzierung, keine bauliche Lösung. Die politische Verantwortung ist damit eindeutig und fraktionsübergreifend. Die heutige Zuspitzung der Lage ist die direkte Folge dieses jahrelangen Nicht-Handelns trotz gemeinsamer Beschlusslage.
Hinzu kommt: Auch die aktuelle Behandlung des Themas bleibt auf Verwaltungsebene stehen. In der vorliegenden Mitteilungsvorlage zur Sitzung des Ausschusses für Sozial- und Jugendangelegenheiten am 02.02.2026 ist ausdrücklich vorgesehen, dass sowohl der Magistrat als auch der Ausschuss die Kündigung des Betriebsvertrags lediglich zur Kenntnis nehmen. Gegenstand der Sitzung ist damit nicht die Entwicklung konkreter Lösungen, sondern allein die formale Feststellung der Kündigung.
Heiko Doerschel, Sprecher Die Linke Groß-Umstadt, erklärt:
„Was fehlt, ist politischer Wille: kein Beschluss, kein Maßnahmenplan, kein Zeitrahmen – und keine Perspektive für Kinder, Eltern und Beschäftigte.“
Statt über Ersatzstandorte, Investitionen oder verbindliche Zeitpläne zu beraten, beschränkt sich die Vorlage auf Prüfaufträge, Bedarfsabfragen und das Abwarten zukünftiger Anmeldefristen. Selbst die bauliche Bewertung wird lediglich angekündigt – nicht entschieden.
Heiko Doerschel ergänzt:
„Soziale Infrastruktur lässt sich nicht einfach prüfen, wenn sie akut gefährdet ist. Wer bekannte bauliche Mängel über Jahre hinnimmt und notwendige Entscheidungen aufschiebt, gefährdet Betreuungsplätze und verletzt den Rechtsanspruch nach § 24 SGB VIII. Das ist aus meiner Sicht grob fahrlässig.“
Die Situation der Kita „Kleine Arche“ ist damit kein überraschender Einzelfall, sondern das Ergebnis einer Politik des Aufschiebens: bekanntes Problem, einstimmiger Grundsatzbeschluss – aber keine Umsetzung.
Die Linke Groß-Umstadt bekräftigt ihre Forderung nach einer verbindlichen, langfristigen Kita-Strategie mit klarer Verantwortung, gesicherter Finanzierung und konkreten Entscheidungen. Betreuung darf nicht erst dann politisch relevant werden, wenn Einrichtungen vor dem Aus stehen.
Kita unter Druck: Die Linke fordert verbindliche Kita-Strategie für Groß-Umstadt
Am Montag, 02.02.2026, berät der Ausschuss für Sozial- und Jugendangelegenheiten direkt vor Ort in der Evangelischen Kindertagesstätte „Kleine Arche“ über die Zukunft der Einrichtung sowie die Kündigung des Betreibervertrags.
Die aktuell diskutierte mögliche Schließung einer evangelischen Kindertagesstätte macht deutlich, wie verletzlich die bestehende Versorgungsstruktur in Groß-Umstadt ist – und wie sehr es an einer vorausschauenden, strategischen Steuerung fehlt. Während im Rathaus vor allem über Haushaltszahlen und Einsparoptionen gesprochen wird, geraten Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte zunehmend unter Druck.
Kitas sind Teil der kommunalen Daseinsvorsorge
Kitas sind keine freiwillige Leistung und kein betriebswirtschaftliches Nebenprodukt. Sie sind elementarer Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und zentrale soziale Infrastruktur für Familien, Fachkräfte und den sozialen Zusammenhalt. Wer hier spart oder notwendige Investitionen verschiebt, gefährdet langfristig Bildungschancen, Fachkräftebindung und gesellschaftliche Stabilität.
„Wenn Plätze fehlen, Gruppen überfüllt sind oder Einrichtungen unter Druck geraten, zahlen am Ende Kinder, Eltern und Beschäftigte den Preis. Das ist kein Schicksal, sondern die direkte Folge politischer Entscheidungen – oder ihres Ausbleibens“, sagt Diplom-Sozialpädagogin Patricia Rodet, Spitzenkandidatin der Linken in Groß-Umstadt.
Patricia Rodet ergänzt: „Kinder brauchen stabile Beziehungen, verlässliche Strukturen und ausreichend Personal – nicht dauernde Improvisation und Unsicherheit. Dauerhafte Engpässe oder drohende Angebotsverluste wirken sich unmittelbar auf Entwicklung, Bildung und soziale Teilhabe aus.“
Transparenz und politische Verantwortung
Der anstehende Ausschusstermin bietet die Möglichkeit, die aktuelle Situation der Einrichtung und die politischen Rahmenbedingungen transparent zu beleuchten.
„Der Termin bietet Eltern die Möglichkeit, sich aus erster Hand über den aktuellen Sachstand und die politischen Rahmenbedingungen zu informieren“, erklärt Heiko Doerschel, Sprecher der Ortsgruppe Die Linke Groß-Umstadt.
Während andere politische Akteure vor allem über Haushaltsdisziplin sprechen, bleiben Familien mit den praktischen Folgen allein. Die Linke Groß-Umstadt fordert stattdessen eine aktive, vorausschauende Steuerung der Kita-Infrastruktur.
Unsere Forderungen
– Ausbau des Kita-Angebots statt weiterer Platzverluste
– kleinere Gruppen und echte inklusive Betreuung
– klare kommunale Verantwortung für Planung, Finanzierung und Steuerung der sozialen Infrastruktur
Die aktuelle Situation zeigt deutlich: Groß-Umstadt braucht endlich eine verbindliche Kita-Strategie – kein weiteres Notfallmanagement und keine kurzfristigen Reparaturlösungen.
„Kinder brauchen Verlässlichkeit. Keine Ausreden. Keine Improvisation. Dafür tritt Die Linke in Groß-Umstadt an“, so Patricia Rodet abschließend.
Wohnen in Groß-Umstadt: Stillstand verschärft die Wohnungsnot – und genau das können wir uns nicht länger leisten.
Bezahlbarer Wohnraum wird in Groß-Umstadt immer knapper.
Mieten steigen, Familien finden kaum noch Wohnungen, junge Menschen ziehen weg – und zugleich nimmt auch die soziale Not spürbar zu. Wer keinen bezahlbaren Wohnraum findet, landet schneller in prekären Wohnsituationen oder sogar in Obdachlosigkeit. Das ist ein Alarmsignal für die kommunale Verantwortung.
Während der Druck auf dem Wohnungsmarkt wächst, zögert die Stadtpolitik weiter und verwaltet Probleme, statt sie politisch zu lösen.
Seit 2023 besteht ein politischer Prüfauftrag zur Einführung der Grundsteuer C – ein Instrument, um baureife, unbebaute Grundstücke zu mobilisieren und Bodenspekulation einzudämmen.
Doch im Haushaltsentwurf 2026 ist kein konkreter Ansatz zur Umsetzung erkennbar. In den bisherigen Haushaltsberatungen haben die Fraktionen dieses Thema nicht vorangetrieben. Das Ergebnis: Spekulation bleibt unangetastet, der Stillstand wird faktisch akzeptiert – trotz wachsender Wohnungsnot und steigender sozialer Folgekosten.
Gleichzeitig wird immer wieder über die Grundsteuer B diskutiert – eine Steuer, die über die Nebenkosten direkt bei den Mieter*innen landet und Wohnen weiter verteuert.
Wer so Politik macht, entlastet Eigentum – und belastet Menschen. Das verschärft soziale Spaltung und treibt Wohnungsnot bis hin zur Obdachlosigkeit.
Unsere Haltung ist klar: Wohnen ist Daseinsvorsorge – keine Ware.
Wir fordern für Groß-Umstadt:
1. Verbindliche Quoten für bezahlbaren Wohnraum
Keine freiwilligen Absichtserklärungen mehr – sondern klare Vorgaben bei jedem Neubauprojekt.
2. Einführung eines kommunalen Leerstandsregisters
Die Stadt muss endlich systematisch erfassen, wo Wohnraum leer steht – und aktiv gegen Leerstand vorgehen, statt ihn zu verwalten.
3. Konsequente Einführung der Grundsteuer C
Wer Bauland jahrelang brachliegen lässt und auf Wertsteigerung spekuliert, muss stärker herangezogen werden.
Die Grundsteuer C kann Bauland mobilisieren und den Haushalt stabilisieren – statt immer wieder die Grundsteuer B zu erhöhen und Mieter*innen zusätzlich zu belasten.
4. Aktive kommunale Bodenpolitik statt Renditelogik
Grund und Boden müssen wieder politisch gesteuert werden – nicht dem Markt überlassen.
Das ist keine Ideologie.
Das ist die Frage, ob eine Stadt soziale Verantwortung übernimmt – oder weiter zusieht, wie Wohnungsnot und Obdachlosigkeit wachsen.
Wohnen darf kein Luxus werden – und niemand darf in unserer Stadt auf der Straße landen.
Heiko Doerschel neuer Sprecher der Linken Groß-Umstadt
Die Ortsgruppe der Linken Groß-Umstadt hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 24. Januar 2026 Heiko Doerschel zum neuen Sprecher gewählt. Er wird künftig die politische und organisatorische Arbeit der Ortsgruppe koordinieren und nach außen vertreten.
Heiko Doerschel folgt auf Jochen Philipp, der die Sprecherfunktion aus beruflichen Gründen abgegeben hat. Die Mitglieder der Ortsgruppe danken Jochen Philipp ausdrücklich für sein Engagement und die geleistete Arbeit in den vergangenen Monaten.
„Ich freue mich über das Vertrauen der Mitglieder und sehe meine Aufgabe darin, die inhaltliche Profilierung der Linken in Groß-Umstadt weiter voranzubringen und die politische Präsenz vor Ort deutlich zu stärken“, erklärt Heiko Doerschel.
In den kommenden Monaten wird die Ortsgruppe insbesondere die Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2026 intensivieren und soziale Themen stärker und sichtbarer in die lokale politische Debatte einbringen.
Auftakt Zukunftsforum Groß-Umstadt
Fazit der Linken Groß-Umstadt
Die Linke Groß-Umstadt begrüßt grundsätzlich, dass die Katastrophe am Wohnungsmarkt auch in der Umstädter Politikbubble Thema ist.
Die Auftaktveranstaltung am 30. August wird von uns als konstruktiv wahrgenommen, jedoch war die Beteiligung nicht so groß, dass man von einem repräsentativen Bild sprechen könnte.
Leidtragende der Wohnungsnot, nämlich junge Familien und Haushalte mit normalem Einkommen, haben sich nicht in großer Zahl beteiligt.
Dennoch hatten wir in den engagierten Diskussionskreisen den Eindruck, dass zumindest vieles an unserer Problemanalyse geteilt wird: Leerstand und Bodenspekulation führen zu absurd steigenden Mieten und Immobilienpreisen, was dazu führt, dass Bewohner im Bestand eingeschlossen werden, da eine kleinere Wohnfläche nicht erschwinglich ist.
Die Linke fordert öffentlichen oder genossenschaftlichen Wohnungsbau, um diese Klemme aufzulösen, außerdem gemeinschaftliche Wohnprojekte mit Platz für Begegnungen.
1.Mai der Linken Groß-Umstadt
Update Denkraum "Windenergie für alle"
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Dipl.-Ing. Claus Nintzel für die Einleitung zum Thema Windenergie in Bürgerhand.
Besonders interessant war für uns der theoretische "ideale Beteiligungsprozess", der folgende Punkte enthält:
- Die Bürger können sich an der Finanzierung des Windparks und somit auch an den Erträgen (und dem unternehmerischen Risiko) beteiligen
- Die Kommune kann sich an der Finanzierung des Windparks und somit auch an den Erträgen (und dem unternehmerischen Risiko) beteiligen
- Anwohner erhalten einen jährlichen Strombonus
- Anwohner können einen vergünstigten Tarif für Anwohnerstrom abschließen
Wenn Anwohner günstigen Strom für Wärmepumpe und Elektroauto beziehen könnten, wäre der Anblick eines Windparks gleich viel erträglicher. In der Praxis muss es Aufgabe der Kommunalpolitik sein, sich möglichst nahe an diesen idealen Beteiligungsprozess anzunähern.
Wir bedanken uns bei allen Anwesenden für die gute Diskussion, ausdrücklich auch für die kritischen Beiträge.
Denkraum Windenergie für alle
Diskussionsveranstaltung zum Thema Windnenergie in Bürgerhand
Windkraftanlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild und in direkter Umgebung auch Natur und Mikroklima. Dennoch erfährt Windenergie große Zustimmung an Orten, wo Anwohner und Gemeinden im Entscheidungsprozess eingebunden sind und an Erträgen beteiligt sind. Wie funktioniert eine Energiegenossenschaft? Wie kann man mit Windenergie heizen? Wie profitiert die Kommune und wie haben am Ende alle etwas davon? Wie begegnet man Panikmache von Klimaleugnern?
Am Mittwoch, den 23.April 2025 veranstaltet Die Linke Ortsverband Groß-Umstadt einen "Denkraum" in der Stadthalle Groß-Umstadt und das geht so: Zur Einleitung wird Dipl.-Ing. Claus Nintzel (ehem. Vorsitzender Roßdorfer Energie-Gemeinschaft e.V.) einen Impulsvortrag halten. Danach gibt es mehrere Diskussionsrunden mit den Anwesenden.
Ort: Mehrzweckraum Stadthalle Groß-Umstadt
Zeit: Mittwoch, 23.April 2025 19:00 Uhr
Ortsgruppe Groß-Umstadt gegründet
Am 19.03.2025 trafen sich Mitglieder und Interessierte aus Groß-Umstadt und gründeten den Ortsverband. Als Sprecher wurde einstimmig Jochen Philipp gewählt (rechts im Bild).
Wir wollen einen besonderen Fokus auf das Thema Wohnen legen. Ein Mietenstopp auf Bundesebene ist dringend notwendig, auf kommunaler Ebene kann öffentlicher und sozialer Wohnbau die Menschen entlasten. Es ist offensichtlich, dass der Wohnungsmarkt einfach nicht funktioniert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Energiewende für alle. Wir wollen den Umstieg auf Wind- und Solarenergie so gestalten, dass jeder davon profitiert und nicht wieder ausschließlich Energiekonzerne. Das fängt bei Steckersolar und Mieterstrom an und geht weiter über Windparks in der Hand von Energiegenossenschaften.
Zum Thema Windenergie für alle veranstalten wir am Mittwoch, 23. April 2025 einen Denkraum in der Stadthalle Groß-Umstadt.
















